Save the date: 14./15. Juni 2012

29. VdF-Fachtagung und Mitgliederversammlung
Thema der Fachtagung: „Der Fachplaner im Wandel“
Tagungsort: Erfurt

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VdF Fachtagung 2010 Plenum
VdF Fachtagung 2010 Plenum
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Referentin Renate Schmidt
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Referent Franz Kuretschka
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Keynote Speaker Klaus J. Fink
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18.10.2010, Berlin

VdF-Jubiläumstagung: Gemeinsam in die Zukunft (durch-) starten

Über 270 Gäste aus dem In- und Ausland durfte der Verband der Fachplaner Gastronomie Hotellerie Gemeinschaftsverpflegung e. V. (VdF) zu seiner Jubiläumsveranstaltung „20 Jahre VdF“ Anfang Oktober im sonnig-herbstlichen Berlin willkommen heißen.

Der wahrscheinlich älteste gesamtdeutsche Berufsfachverband nach der Wiedervereinigung hatte zu drei abwechslungsreichen Tagen nach Berlin eingeladen. Auf dem Programm standen Lernen und Lachen, Feiern und Reden, aber auch Nachdenken über die eigenen Wurzeln und den künftigen Weg.

Ein gut abgerundetes und zugleich umfangreiches Programm hatten die Organisatoren auf die Beine gestellt: Fachexkursionen zu sieben Berliner Gastronomien, eine gut nachgefragte Fachausstellung, die 27. VdF-Fachtagung mit spannend-begeisternden Vorträgen, den Galaabend mit Vergabe des Dr.-Georg-Triebe-Innovationspreises und nicht zuletzt die Mitgliederversammlung mit dem anstehenden Führungswechsel im Vorstand.

Das Geburtstagskind VdF durfte zu seiner 27. Fachtagung im Herzen Berlins „volles Haus“ vermelden. Sieben gut aufgelegte Top-Referenten präsentierten unter dem Motto „Gemeinsam in die Zukunft“ interessante Denkanstöße zu verschiedenen Branchenthemen: EU-Zulassung, Hygiene, Energieträger, Werkstoffauswahl und Böden zählten genauso dazu wie ein flammendes Plädoyer für das Verkaufen oder für ein zufriedenes Leben im Hier und Jetzt.

Zu Beginn begrüßte der scheidende Vorstandsvorsitzende Peter Adam-Luketic Mitglieder und Gäste in Berlin und beim VdF – und stellte die Gemeinsamkeiten von Bundeshauptstadt und Berufsverband dar. Beides sind Kinder der Wiedervereinigung, beide schöpfen aus ihren vielfältigen Stärken und (Konflikt-) Potenzialen, beide profitieren aus der Vielfalt. Adam-Luketic ermunterte die Mitglieder und künftigen Verantwortlichen, den richtigen Weg der Qualifikation, der Spezialisierung und der Professionalisierung weiter zu beschreiten.

Im ersten Fachvortrag des Tages verdeutlichte Dr. Christian Kaiser vom BAV Institut in Offenburg sehr praxisnah die Hürden und Tücken des EU-Zulassungs-Verfahrens für Großküchen. Sein eindringlicher Appell zum Schluss: Auch wer nicht unter das Verfahren falle, dürfe sich nicht ruhig zurücklehnen, sondern habe gleichwohl die einschlägigen Verordnungen zu erfüllen.

Wer bisher gedacht hatte, das Thema „Nichtrostende Stähle“ sei etwas zum Nachschlagen und weniger zum entspannt-heiterem Zuhören, der hatte Frank Wilke von den Deutschen Edelstahlwerken GmbH, Siegen, noch nicht erlebt. Der Diplom-Ingenieur stellte die KO-Kriterien in der Auswahl verschiedener Stähle im Großküchenbereich vor und führte locker-verständlich durch den „Stahl-Dschungel“ der branchenrelevanten Sorten.

Einen weiteren Dschungel durchforstete Diplom-Ingenieur Franz Kuretschka vom Regierungspräsidium Stuttgart: den der Normen- und Verordnungswelt zu Temperaturen in Großküchen. Die DIN 10 506 und die DIN 10 508 sind gerade inhaltlich (mal wieder) in Bewegung. Der zuständige Normenausschuss FNH hat hier jüngst Vorschläge zu veränderten oder erstmals spezifizierten Temperaturen und Zeiten für alle Produktionsverfahren und Speiseausgaben vorgestellt. Die natürlich auch dieses Mal nicht alle Anforderungen vereinigen können. Sensorik und Hygiene laufen etwa bei den kalt gelagerten Speisen wie Brot, Desserts oder Salaten nicht immer in einer Spur.

Mach’ es einfach, konzentrier’ dich auf nur ein Ding, mach’ es aus vollem Herzen. Und lebe heute. Das war die Botschaft der brillanten Rednerin und Unternehmensberaterin Renate Schmidt. Sie brauchte nicht viel, um ihre Zuhörer zu fesseln und zu begeistern: Hocker, Mütze und freie Rede. Und demonstrierte damit „at the best“ ihre eigenen Sätze. Ihre herrlich realistischen Alltagsbilder rissen das Publikum zu Heiterkeitsstürmen hin. Männersocken mit Duftnoten für die Reviergemarkung zählten genauso dazu wie weibliche Konkurrenz in zu kurzen Röcken, aber mit „eindeutig“ zu dicken Beinen.

Professor Dr. Peter Schwarz von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen stellte zwei Methoden zur Berechnung von Energiekosten dar. Eine vereinfachte Pauschalmethode sowie eine, die sich direkt aus dem Speisenplan und der daraus resultierenden Gerätebelegung ableiten lässt. Ist man auf der Suche nach dem wirtschaftlichsten Energieträger, sei die pauschale Methode nicht der geeignete Weg – sie liefere zu ungenaue Werte durch die allgemein angenommenen Gleichzeitigkeitsfaktoren.

Nachdenklich stimmte André Bartel von Barit Kunstharz-Belagstechnik GmbH die anwesenden Fachleute mit dieser Aussage: Das normengerechte Bauen von Böden sei eine bewusste Entscheidung für eine notwendige Totalsanierung nach einer gewissen Zeit. Er demonstrierte die Schadensbilder bei Bodenkonstruktionen nach DIN 18 195 an verschiedenen Teilbereichen wie Entwässerungssystemen oder Gerätesockel. Die Lösung sei eine Verbundkonstruktion, die zwar Stand der Technik, aber eben nicht normkonform sei. Die zu erwartende Frage aus dem Publikum, wie sich diese Lösung denn bei den zuständigen Behörden genehmigen lasse, beantwortete Bartel so: Das brauche zweierlei – die guten Argumente für die Verbundkonstruktionen und die schlechten Erfahrungen mit den „Norm-Böden“.

Zum Schluss riss Keynote-Speaker Klaus J. Fink das Auditorium noch einmal von den Sitzen: Mit teilweise knackig-krachledernd formulierten Sätzen warb er für das Verkäufertum. Beraten sei ja ganz prima – aber wir leben vom Verkaufen. Und gerade bei Ingenieuren, Technikern und Beratern habe das Verkaufen häufig ein schlechtes Image. Zu Unrecht: Denn ein guter Verkäufer identifiziere sich mit seinem Produkt, begeistere, liebe seine Kunden und kümmere sich um sie. Kurz: Er ist nicht nur fachkompetent. Sondern auch „beziehungskompetent“.

Dem gelungenen fachlichen Teil folgte am Abend ein weiteres glanzvolles Highlight: der Galaabend zum 20. Geburtstag des Verbandes mit Verleihung des vierten Dr.-Georg-Triebe-Innovationspreises. Dazu mehr an anderer Stelle.