VdF-/Branchennews

VdF-Pressemitteilung "Umsatzsteuersenkung bei Planungsaufträgen:..."

Verband der Fachplaner erklärt die wichtigsten Folgen

Mit Wirkung vom 01.07.2020 hat die Bundesregierung, befristet bis zum 31.12.2020, den Umsatzsteuersatz von 19 % auf 16 % gesenkt. Diese Konstellation hat auch Einfluss auf die Rechnungslegung bei Planung einer Großküche. Der Verband der Fachplaner fasst einige wichtige Dinge, nach momentaner Lage, unverbindlich zusammen. Über detaillierte Auswirkungen sollte immer ein Steuerberater oder ein Fachanwalt zu Rate gezogen werden...

Alle Mitglieder im Verband der Fachplaner rechnen grundsätzlich nach der HOAI, der Honorarordnung für Architekten- und Ingenieurleistungen, ab. Dort sind insgesamt neun Leistungsphasen und die damit verbundenen Verhandlungsspielräume bei einer Ober- bzw. Untergrenze des Honorars festgelegt. Die Umsatzsteuer entsteht während des Anmeldezeitraums, in dem auch die Leistungen ausgeführt wurden. Hier gilt der Abschluss der Leistungen als maßgeblich, der Zeitpunkt der Rechnungsstellung spielt ebenso wenig eine Rolle wie der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Sind alle neun Leistungsphasen nach HOAI Bestandteil des Vertrages, ist der Zeitpunkt der Objektbetreuung inkl. Mängelbeseitigung maßgeblich für den Umsatzsteuersatz.

Sind für eine vollumfängliche Leistung (mehrere, maximal alle Leistungsphasen) Abschlagszahlungen vereinbart, wird zunächst mit der Abschlagszahlung der zu diesem Zeitpunkt gültige Steuersatz angerechnet. Dies gilt jedoch nur vorläufig, denn für ein Gesamtprojekt gilt der Steuersatz zum Abschluss des Projektes. Wird z. B. eine Abschlagsrechnung im Juni 2020 berechnet, liegt der Umsatzsteuersatz zunächst bei 19 %. Die Schlussrechnung, beispielsweise im Oktober 2020, hat dann jedoch den Umsatzsteuersatz von 16 %. Die bereits angemeldete Umsatzsteuer der Abschlagszahlung ist dann dementsprechend im Nachhinein zu berichtigen.

Etwas anders sieht es aus, wenn Planer und Bauherr sich vertraglich auf Teilleistungen verständigt haben. Dies können verschiedene Leistungsphasen der ersten Vorplanungen sein,  die Genehmigungs- und Ausführungsplanung, die Vergabeplanung oder die Bauüberwachung. Diese Phasen müssen allerdings auch tatsächlich teilbar sein, also theoretisch auch an verschiedene Planer vergeben werden können. Eine willkürliche Trennung reicht nicht aus.

Bei neu abzuschließenden Verträgen könnte man spezielle Klauseln einfügen, notwendig ist dies aber nicht. Grundsätzlich wäre es aber sinnvoll, alle Honorarregelungen „zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer“ zu vereinbaren.

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Ein ergänzendes Interview - ein Gespräch mit Hans-Peter Nollmann, stellv. Vorstandsvorsitzender beim Verband der Fachplaner und Sprecher des Vorstandes - folgt hier:

Hans Peter Nollmann 2019 neu

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